Depressionen


Alpha- oder Theta-Reduktion, Beta1 Erhöhung

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Depressionen häufig mit einem typischen Muster im EEG einhergehen. Im präfrontalen Kortex zeigen sich Unterschiede in der Aktivierung zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte. Diese frontale Asymmetrie scheint eine biologische Prädisposition für Depressionen darzustellen. Nicht jeder Mensch mit dieser Prädisposition wird automatisch depressiv und nicht bei jedem Depressiven findet sich diese Asymmetrie im EEG. Es scheint jedoch so zu sein, dass Menschen mit dieser Asymmetrie deutlich gefährdeter sind, auf anhaltende negative Lebensereignisse mit einer depressiven Episode zu reagieren.

Linksfrontale Areale sind mit positiven Gefühlen und Erinnerungen sowie positivem Sozialverhalten (Kontaktsuche, Annäherung) assoziiert, während die rechte Gehirnhälfte mit negativen Gefühlen und sozialem Rückzug in Zusammenhang steht. Bei depressiven Patienten findet man im linken Frontallappen oft deutlich mehr Alpha-Aktivität als im rechten, was bedeutet, dass der linke Frontallappen insgesamt weniger aktiv ist. Ähnliche Asymmetrien können sich auch in parietalen und zentralen Gehirnregionen zeigen.

Im Rahmen einer Neurofeedbackbehandlung erfolgt zunächst ein theoriegeleitetes quantitatives EEG. Anhand der Ergebnisse wird dann die Elektrodenposition für das Training gewählt. Dabei empfiehlt es sich, denjenigen Ort auszuwählen, der die größte Alpha-Asymmetrie aufweist. Der zu trainierende Frequenzbereich wird ebenfalls anhand der Ergebnisse festgelegt. Prinzipiell geht es jedoch bei der Depression immer darum, die Aktivität in der linken Gehirnhälfte zu erhöhen und in der rechten zu reduzieren.

Die Anzahl an Studien im Bereich Depression ist viel geringer als beispielsweise bei ADHS. Es besteht somit noch deutlicher Forschungsbedarf! Aktuell sieht es jedoch so aus, dass ca. 80% der untersuchten Patienten ihre Symptome soweit senken konnten, dass die Diagnose Depression nach der Neurofeedbackbehandlung (20-22 Sitzungen) nicht mehr gerechtfertigt war.

In den meisten Fällen werden Depressionen mit Psychopharmaka (Antidepressiva) behandelt. Wie alle Medikamente haben diese jedoch Nebenwirkungen. Auch die Effektivität überzeugt nicht immer. Mehrere Metaanalysen (Zusammenfassung zahlreicher wissenschaftlicher Studien zu einem Thema) kommen zu dem Schluss, dass die durchschnittliche Wirksamkeit von Antidepressiva nur 18% über dem Placebo-Effekt liegt. Eine rein psychotherapeutische Behandlung bringt meist bessere Effekte als eine ausschließlich pharmakologische Therapie.

Werden Antidepressiva nach dem Abklingen einer depressiven Episode wieder abgesetzt, bleibt die frontale Asymmetrie und somit auch die Prädisposition für erneute depressive Episoden bestehen. Eine Langzeitstudie (5 Jahre) deutet hingegen darauf hin, dass die Effekte von Neurofeedback sehr stabil sind und die Patienten symptomfrei bleiben. Alle Teilnehmer der Studie hatten auch nach 5 Jahren noch normale Alpha-Asymmetrie-Werte und normale Werte im BDI (Beck Depressions Inventar; Instrument zur Depressionsdiagnostik). Ein Teil der Probanden stand sogar 10 Jahre nach Abschluss der Therapie für erneute Untersuchungen zur Verfügung, mit demselben Ergebnis: Alle Werte im normalen Bereich.

Diese Ergebnisse lassen hoffen, dass mit Neurofeedback nicht nur Symptome reduziert werden können, sondern dass auch das Risiko verringert werden kann, erneut an einer Depression zu erkranken. Dadurch empfiehlt sich Neurofeedback besonders dann als Therapiemethode, wenn eine Depression immer wiederkehrt (rezidivierende Depression) und/oder Medikamente nicht den gewünschten Effekt erzielen bzw. zu starke Nebenwirkungen produzieren. Voraussetzung für eine Neurofeedbacktherapie bei Depressionen ist jedoch das Vorhandensein einer Alpha-Asymmetrie im EEG.

Obwohl sich durch Neurofeedback die Symptome einer Depression gut behandeln lassen, ist es doch in den allermeisten Fällen sinnvoll, die Neurotherapie mit einer klassischen Psychotherapie zu kombinieren. Neurofeedback öffnet die Patienten für die psychotherapeutische Arbeit. Im psychotherapeutischen Setting werden dann beispielsweise depressionsfördernde Einstellungen und Verhaltensweisen bearbeitet.

 

Ängste

Beta2-Reduktion, Alpha-Erhöhung

Im EEG zeigt sich Angst recht deutlich im High-Beta-Band (Beta2). Wenn man in Panik gerät, rast das Gehirn. Auch Stress und psychischer Druck führen zu einem Anstieg der Beta2-Aktivität. Bei Patienten mit einer Angststörung zeigen sich häufig höhere Beta2-Werte im rechten als im linken Frontallappen. Auch bei Zwangsstörungen lässt sich diese Asymmetrie oft beobachten.

Im Training wird nun versucht, die Beta2-Aktivität zu hemmen und die Alpha-Aktivität zu erhöhen. Alpha steht für einen Zustand mentaler Entspannung. Durch das Training reduzieren sich Angstzustände, die Patienten fühlen sich entspannter und das allgemeine Wohlbefinden steigt deutlich.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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